Aktuelles im Dezember 2010
Berlin /Wiesbaden, 29. Dezember 2010 - Statistik: Geburtenrate in Deutschland steigt stark an
Berlin/ Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der Geburten in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 stark gestiegen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das Statistische Bundesamt. Demnach kamen zwischen Januar und September insgesamt etwa 510.000 Kinder zur Welt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 492.000 Kinder. Das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent. Ein derart großer Zuwachs war im gesamten letzten Jahrzehnt nicht feststellbar. Dieser Anstieg kann unter zwei Bedingungen zu einer deutlich höheren Geburtenrate führen. Erstens muss der Trend der ersten neun Monate des Jahres 2010 im verbleibenden Vierteljahr stabil bleiben. Zweitens handelt es sich bei den Zahlen um sogenannte "vorläufige Angaben" des Statistischen Bundesamtes. Diese Zahlen können noch nach oben oder unten korrigiert werden. In den vergangenen Jahren zeigte sich allerdings, dass diese Daten die endgültigen Aufwärts- oder Abwärtstrends der Geburtenzahlen relativ gut wiedergeben. Der Geburtenzuwachs, den die Daten signalisieren, ist erstaunlich, weil die Zahl der potenziellen Mütter seit langem kontinuierlich sinkt. Jedes Jahr gehören etwa 300.000 Frauen weniger zur Gruppe der 15- bis 45-Jährigen, die aufgrund ihres Alters überhaupt Kinder bekommen können. Wenn nun im Jahr 2010 sogar die absolute Zahl der Geburten in Deutschland wächst, markiert dies eine doppelte Veränderung: Es gibt zwar weniger potenzielle Mütter, doch diese wenigen Frauen bekommen mehr Kinder. Falls sich das Wachstum als stabil erweist, wird das die Geburtenrate deutlich nach oben treiben. Sie liegt seit einigen Jahren ohne große Veränderungen zwischen 1,36 und 1,38 Kindern pro Frau. Im Jahr 2007 war sie ein einziges Mal deutlich, wenngleich nicht drastisch gestiegen: Nach der Einführung des Elterngeldes kletterte sie von 1,33 Kindern pro Frau auf 1,37 Kinder pro Frau. In diesem Jahr 2007 bekamen Frauen in Deutschland 12.000 Kinder mehr als im Jahr zuvor. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2010 deuten auf einen höheren Zuwachs in Höhe von fast 20.000 Geburten hin. Dies könnte die Geburtenrate also noch stärker beeinflussen. Wie viele der neugeborenen Kinder von Frauen mit Migrationshintergrund zur Welt gebracht werden, geht aus der Statistik nicht hervor. Bemerkenswert ist auch, dass die Wirtschaftskrise in Deutschland offenbar keinen Einfluss auf die demographische Entwicklung nahm. Hätten sich die Deutschen nach Beginn der Krise im November 2008 entschieden, ihre Kinderwünsche aufzuschieben oder aufzugeben, wäre dies vom Herbst 2009 an in den Statistiken deutlich geworden. Dies ist jedoch nicht der Fall, weder im Osten noch im Westen ging die Zahl der Geburten zurück. Das widerspricht scheinbar der Beobachtung von Sozialwissenschaftlern, dass Arbeitslosigkeit die Familiengründung beeinträchtigt. So konnte zum Beispiel Johannes Giesecke vom Wissenschaftszentrum Berlin zeigen, dass Kinderwünsche in Westdeutschland häufig aufgeschoben werden, sobald der männliche Partner arbeitslos wird. Doch die Krise 2009 ließ die Arbeitslosigkeit wider Erwarten nicht dramatisch wachsen. Im Bundesfamilienministerium wollte man die neuen Zahlen noch nicht kommentieren. Eine Sprecherin verwies jedoch auf aktuelle Studien, wonach 2010 der Kinderwunsch wieder deutlich gestiegen sei. "Dies ist ein positives Signal", sagte sie, "wir sind mit unseren Familienleistungen, speziell mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kinderbetreuung auf dem richtigen Weg."
Wiesbaden, 20. Dezember 2010 - Statistik: Über 26 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2009
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Bund, Länder und Gemeinden haben im Jahr 2009 insgesamt rund 26,9 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Ausgaben damit gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent angestiegen. Mit rund 16,2 Milliarden Euro entfiel deutlich mehr als die Hälfte der Bruttoausgaben (60 Prozent) auf die Kindertagesbetreuung. Gut ein Viertel der Bruttoausgaben (26 Prozent), insgesamt mehr als 7,1 Milliarden Euro, wendeten die öffentlichen Träger für Hilfen zur Erziehung auf. Und für Maßnahmen und Einrichtungen der Jugendarbeit, zum Beispiel für außerschulische Jugendbildung oder Jugendzentren, gaben Bund, Länder und Gemeinden rund 1,6 Milliarden Euro aus, das entspricht 5,8 Prozent der Gesamtausgaben.
Berlin, 04. Dezember 2010 - Magazin: Deutsche Schüler schnitten bei Pisa deutlich besser ab
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutschlands Schüler haben im internationalen Vergleich immer noch Aufholbedarf. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" meldet, sind die Deutschen nach den Ergebnissen der neuesten Bildungsstudie Pisa, immer noch nicht in die absolute Spitzengruppe aufgerückt. Nach Informationen aus Kultus-Kreisen bescheinigen die Pisa-Prüfer den deutschen Kultusministern aber, dass die Schulkinder im Vergleich zur ersten Studie von 2001 deutlich schlauer geworden seien. Besonders gut schnitten die Kinder bei den jüngsten Erhebungen in Mathematik und Naturwissenschaften ab, zufriedenstellend auch bei der Lesekompetenz. In den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, die im nationalen Vergleich die Rankings meist anführen, gibt es bereits Unmut, dass schlechtere Bundesländer den bundesweiten Durchschnitt nach unten ziehen könnten. Die Ergebnisse werden am kommenden Dienstag vorgestellt.